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Das Waisenhaus "Don Bosco Bhavan" in Kumily

Als P. Zacharias Kuruppacheril (Indien) 1982 von einem siebenjährigen Aufenthalt in Europa zurückkehrte, wollte er den vielen arbeitslosen und verelendenden Jugendlichen in Kumily, Südindien, helfen. Er hatte erkannt, dass er ihnen zunächst aus der materiellen Not helfen musste, bevor er ihnen den Weg zum Glauben zeigen konnte. So baute er das Waisenhaus "Don Bosco Bhavan". 1987 gründete P. Zacharias Kuruppacheril am selben Ort ein indisches Kloster, dessen Anschluss an die Kongregation von St.Ottilien 1990 erfolgte. Seither heißt das Kloster dort "St. Michael's Benedictine Monastery".

Heute leben in dem Waisenhaus "Don Bosco Bhavan" in Kumily 32 Jugendliche. Sie bekommen alles, was sie brauchen, können die Schule besuchen und dürfen sich in ihrer freien Zeit nach Belieben auf den Spielplätzen und dem weitläufigen Gelände des Heims austoben. Wie wichtig so ein Heim für die Entwicklung der Jungen ist, zeigt das Beispiel des Jungen Jinoop:

Jinoop und seine Geschwister wuchsen in einem kleinen Dorf im ländlichen Bergland Südindiens auf. Sein Vater arbeitete als Tagelöhner, konnte die Familie von dem spärlichen Lohn jedoch nicht ernähren. So versuchte seine Mutter, zusätzlich auf einem kleinen Feld Bohnen, Mais und Paprika anzubauen. Nach einiger Zeit aber wurde der Vater krank und starb. Die wirtschaftliche Lage der Familie verschlimmerte sich noch mehr. Verzweifelt versuchte die Mutter, durch möglichst viele kleinere Arbeiten genug Geld zu verdienen, um sich und die Kinder ernähren zu können, denn der Garten als einzige Lebensgrundlage reichte nicht aus.

Jinoop war acht Jahre alt, als ein Benediktinerbruder von Kumily zu Besuch kam. Dieser sah die Not der Familie und schlug der Mutter vor, den Jungen in das Don Bosco Heim aufzunehmen, wo er gut versorgt werden könnte. Die Mutter war einverstanden, dass für Jinoop, ihren jüngsten Sohn, gesorgt wurde und sie dann auch den Rest der Familie besser über Wasser halten konnte. Als Jinoop in das Heim kam, war er ausgehungert, schmächtig und ein wenig verängstigt, doch er lebte sich schnell ein und fand Freunde. In den folgenden drei Jahren war die Veränderung deutlich zu spüren, denn heute ist er ein gesunder, aufgeweckter Junge, der in der Schule gute Leistungen bringt. Obwohl es ihm im Heim so gut geht, besucht er regelmäßig seine Mutter, die sehr stolz auf ihn ist.

Unzählige andere Kinder leben unter solch trostlosen Verhältnissen wie Jinoop, nachdem sein Vater gestorben war. Es fehlt an Nahrung, Kleidung, von Schulbildung ganz zu schweigen. Viele von ihnen verlassen ihr Zuhause und versuchen, sich auf eigene Faust durchzuschlagen, doch für die meisten von ihnen verschlimmert sich die Lage dadurch erst recht.
Um diesen Kindern ein gesundes, menschenwürdiges Aufwachsen zu ermöglichen, bedarf es Menschen, die sich ihrer annehmen. Dazu gehören die Mönche und Mitarbeiter in Kumily, die die Jungen aufnehmen und für ihren Lebensunterhalt und ihre Bildung sorgen. Dazu gehören aber auch wir, die wir diese Hilfe vor Ort finanziell ermöglichen können: Schon für 25 € kann ein Kind einen Monat lang im Heim versorgt werden, für 300 € ein Jahr lang.
 
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